Erfahrungsbericht über eine Eizellspende in Tschechien

Sandra (36) und Christian (38) wünschen sich schon seit langem ein eigenes Kind. Man kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass sie nicht schon alles Mögliche dafür getan und haben und jede erdenkliche unterstützende Maßnahme dabei außer Acht gelassen hätten. Da bei beiden so langsam die innere biologische Uhr tickt und ihnen die Zeit davon läuft, blieb nur noch eine Methode übrig – die Eizellenspende. Problem war nur, dass diese laut Embryonenschutzgesetz in Deutschland verboten ist.

Adoption Nein – Eizellenspende Ja

Nach langem hin und her und der zwischenzeitlichen Überlegung ein Kind zu adoptieren, entschlossen sich Sandra und Christian gegen eine Adoption und für den Versuch einer Eizellenspende in Tschechien. Nach einer intensiven Recherche in Bezug auf eine passende Klinik und der Klärung aller rechtlichen und bürokratischen Hürden, machten sich gemeinsam auf den Weg nach Prag, wo sich eine Fachklinik für Fruchtbarkeit befindet. Hier konnten sie, dank der vielen Erfahrungsberichte und positiven Ausgängen dieser Klinik, neue Hoffnung schöpfen und ließen es zumindest auf einen ersten Versuch ankommen.

Der Grund warum sich Sandra und Christian ausgerechnet für diese Klinik entschieden lag in erster Linie an der äußerst hohen und vor allen Dingen nachgewiesenen Erfolgsquote. Dies kommt nicht von ungefähr, denn das Verfahren welches hier in der Prager Klinik eingesetzt wird, ist längst noch nicht überall üblich. Hier wird nämlich eine fortschrittliche Technologie in Form einer „Videoüberwachung“ der Eizellen angewendet. Das bedeutet, dass ein Embryologe die Zellteilung der Eizellen genauestens mit einer High Tech Kamera filmt, um feststellen zu können, welche Eizellen sich am besten für eine Eizellenspende eignen. Sobald der Mediziner weiß, welche Eizellen zu den Besten gehören, werden sie der Spenderin entnommen. Dieses Verfahren, erhöht natürlich die Chancen schwanger zu werden bzw. diese Eizelle auch wirklich befruchten zu können um ein vielfaches. Diese Methode ist zwar auch in Deutschland bereits seit längerer Zeit bekannt, darf aber noch nicht einmal bei einer künstlichen Befruchtung mit leibeigenen Eizellen angewandt werden.

Nervenzerreißendes Warten auf das Ergebnis

Nachdem sich Sandra und auch die anonyme Spenderin einer hormonellen Stimulation unterzogen haben, werden an dem vom behandelnden Arzt geplanten Tag der Befruchtung auch Christians Samenspende abgegeben. Da drei von den gespendeten Eizellen hervorragende Merkmale besaßen, wurden Sandra genau diese drei befruchteten Eizellen eingesetzt. Dadurch trug Sandra dann quasi gesehen drei Embryonen in sich, wo es abzuwarten galt, ob sich diese dann auch in eine tatsächliche Schwangerschaft entwickelten.

Nach nervenzerreißenden vier Wochen Wartezeit, lag dann endlich das Ergebnis vor, von dem sich Sandra und Christian so viel erhofften. Geht ihr Wunsch nach einer „richtigen“ Familie nun endlich in Erfüllung oder blieb es bei einem erneuten Versuch ein Kind zu bekommen? Sandra und Christian gingen tausend Gedanken durch den Kopf, als der schriftliche Bescheid ankam und sie trauten sich kaum den Brief aufzumachen. Nachdem die beiden sich dann doch endlich dazu durchgerungen haben den Brief zu öffnen und sich das Ergebnis anzuschauen, kam dann doch die Überraschung: Sandra ist tatsächlich schwanger. Eines der befruchteten Eizellen hat es wirklich geschafft und entwickelt sich bereits zu einem heranwachsenden Baby.

Mittlerweile sind einige Monate vergangen und Sandra und Christian sind stolze Eltern eines kleinen Mädchens namens Lilly. Die Schwangerschaft verlief unproblematisch und ohne große Zwischenfälle. Tag für Tag entdecken die beiden neue Ähnlichkeiten zwischen ihnen und dem neuen Erdenbewohner. Gedanken an die Eizellen Spenderin haben sie nur selten, dennoch sind sie froh, dass das Verfahren einer Eizellspende in Tschechien angeboten wird und sich immer wieder Spenderinnen melden um beispielsweise Paaren wie Sandra und Christian dazu verhelfen, den Traum von einer eigenen Familie wahr werden zu lassen.